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UNESCO-Weltkulturerbe: Barbarathermen
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Die Barbarathermen stammen aus dem 2. Jh. n.Chr. und sind damit die ältesten erhaltenen Großthermen des römischen Trier. Die Barbarathermen gehörten lange Zeit zu den größten Thermenanlagen des Römischen Reiches, was für die Bedeutung und den Reichtum der Stadt im 2. Jh. n. Chr. spricht. Die Badeanlage bestand aus einem Sportplatz (Palästra) und dem Badetrakt, der sich im Wesentlichen aus dem Kaltbad (Frigidarium), dem lauwarmen Bad (Tepidarium) und dem Warmbad (Caldarium) zusammensetzte.

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Foto: U. BinsfeldDiese Badesäle waren im Grunde große Hallen, die von Badebecken eingerahmt wurden. Symmetrisch zu beiden Seiten der Hauptsäle lagen die Umkleideräume, Bade- und Waschräume, Hallenbäder und Saunen.

Die Thermen waren in der Antike jedoch nicht nur „Schwimmbäder“ - sie waren Freizeit- und Begegnungsstätten, ja sogar Bildungseinrichtungen. Die prächtige Ausstattung und zugleich der Bildungsanspruch wird an einem Fundstück aus den Barbarathermen besonders deutlich: einer Kopie der Amazonenstatue des Phidias. Die berühmtesten Bildhauer des 5. Jh. v. Chr., unter ihnen Phidias, der Schöpfer der Athenastatue des Parthenon und der Zeusstatue in Olympia, und Polyklet, hatten unter sich einen Wettstreit ausgetragen, wer das beste Amazonenbildnis für den Artemistempel von Ephesos schaffen könne. Sieger war Polyklet, den zweiten Platz errang Phidias. Tatsächlich sind verschiedene Amazonenbildnisse überliefert, die man den entsprechenden Künstlern zuzuordnen versucht und die die Wahrheit der antik überlieferten Geschichte bezeugen. Das Amazonenbildnis der Barbarathermen ist damit ein schönes Beispiel dafür, dass Kopien der berühmtesten Kunstwerke der damaligen Zeit die Badegebäude schmückten.

Ein anschauliches Bild vom Badeleben in römischer Zeit liefert Seneca, der Erzieher des Kaisers Nero (54-68 n.Chr.), der im mondäenen Badeort Baiae (bei Neapel) über einer Badeanlage wohnte: „Stell dir nun alle Arten von Geräuschen vor...: wenn kräftigere Männer trainieren und ihre mit Blei beschwerten Fäuste schwingen, wenn sie sich anstrengen oder so tun, dann höre ich Stöhnen, sooft sie den angehaltenen Atem ausströmen lassen, Zischen und heftiges Aufatmen; wenn ich an irgendeinen Menschen, der träge und mit dieser ordinären Einsalberei zufrieden, geraten bin, höre ich Klatschen, sooft die Hand auf die Schultern schlägt... Wenn aber ein Ballspieler dazukommt und zu zählen beginnt die Bälle, ist es aus. Füge nun hinzu einen Streithammel und einen Dieb, einen ertappten und jenen, dem die eigene Stimme im Bade gefällt; füge nun hinzu, die in das Schwimmbecken mit tosendem Wasserschwall springen. Außer diesen Menschen, deren Stimmen - wenn nicht anderes - unverstellt sind, denke dir einen Haarzupfer, wie er seine dünne und schrille Stimme, damit er sich besser bemerkbar mache, immer wieder erhebt und niemals schweigt, außer während er die Achselhöhlen leerzupft und einen anderen statt seiner zu schreien zwingt: ferner eines Limonadenverkäufers verschiedene Anpreisungen und einen Wurstverkäufer und Zuckerbäcker und alle der Garküchen Gehilfen, ihre Ware mit einer Art von persönlich kennzeichnender Tonart verkaufend.“ (Seneca, epist. 56, 1-2)

Neben diesen öffentlichen Badeanstalten, die im übrigen für alle kostenlos zugänglich waren, gab es wohl noch eine Reihe weiterer kleinerer Badehäuser, die privat bewirtschaftet wurden, und die Privatbäder der großen Villen. Bauherr und Träger der öffentlichen Thermen war der römische Staat.

Der übliche Gang eines Besuchers der Thermenanlage sah folgendermaßen aus: Im Umkleideraum (apodyterium) konnte man seine Habseligkeiten in Nischen oder Regalen verstauen; von dort aus betrat man das Kaltbad, wo man sich in einer der Wasserbecken erfrischen konnte; das Tepidarium bot bei einer Temperatur von 20-30° Möglichkeiten, auf Ruhebänken zu entspannen; im Caldarium bestand wieder die Möglichkeit, bei einer Raumtemperatur von ca. 50° in Warmwasserbecken zu baden. Je nach Geschmack konnte der Besucher zur Abkühlung wieder ins Frigidarium zurückkehren oder noch einen Saunagang einlegen. Gebadet wurde in der Regel nackt, es konnten aber auch ein Badetuch und eine Brustbinde umgelegt werden. Zum Schutz der Füße trug man Holzpantinen. Es war zudem durchaus üblich, dass Männer und Frauen gemeinsam badeten, wenn man auch durch Gesetze Ausschweifungen einzudämmen versuchte. Daneben gab es wohl auch eigene Badehäuser für Frauen oder man bot Frauen andere Badezeiten als den Männer an.

Andrea Binsfeld




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UNESCO-Weltkulturerbe: Barbarathermen

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