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Mittelalterliche Wohntürme, Dreikönigenhaus
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Die drei genannten Wohntürme sind die eindrucksvollsten Beispiele privater Wohnbebauung, die man auch heute noch bewundern kann.

Das Stadtbild des mittelalterlichen Trier unterscheidet sich stark von dem der antiken Stadt. Die antike Stadt war „auf dem Reißbrett“ geplant und zeichnete sich durch eine schachbrettartige Straßenführung aus.

Im Kreuzungspunkt der beiden Hauptstraßen, des Cardo maximus und des Decumanus maximus, lag - im Herzen der antiken Stadt - das Forum, also das religiöse, administrative und wirtschaftliche Zentrum.

Das Aussehen der Stadt Trier änderte sich grundlegend im Jahr 882, als die Normannen in der Karwoche Trier überfielen und zerstörten. Eine Folge dieses Normannenüberfalls war, dass die Straßenführung stark verändert wurde und sich viele Straßenzüge und Marktplätze herausbildeten, wie sie auch heute noch bestehen, wie z.B. die Fleischstraße und die Brotstraße.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Stadt verlagerte sich vom Forum (Nähe Viehmarkt) zunächst in die Nähe der Römerbrücke und dann, im Jahr 958, in die Nähe des Domes, wo auch heute noch der Hauptmarkt mit dem Martkreuz besteht.

Insgesamt gesehen wurde im Mittelalter lediglich noch der Nordteil der antiken Stadt weiterbenutzt; die südliche Begrenzung der mittelalterlichen Stadt fällt mit einer der Hauptstraßen der antiken Stadt zusammen, die einstmals durch das Zentrum des antiken Trier lief. Kennzeichnend für die mittelalterliche Stadt war auch, dass zwar die antiken Großbauten häufig weitergenutzt wurden, die Wohnbebauung aber z.T landwirtschaftlich genutzten Flächen Platz machte.

Das Stadtgebiet löste sich in eine Reihe von Einzelgehöften auf, deren Mittelpunkt die wehrhaften Wohn- bzw. Geschlechtertürme bildeten. Diese Bauten prägten neben den antiken Großbauten sowie den Klöstern und Kirchen das mittelalterliche Stadtbild Triers. Grund für die Entstehung dieser Wohntürme - die bekanntesten Beispiele solcher Geschlechtertürme stehen in Norditalien, in San Gimignano - war zum einen, dass die Stadt nicht mehr durch eine Stadtmauer geschützt war. Die mittelalterliche Stadtmauer entstand erst im 13. Jahrhundert.

Statt dessen bildeten sich kleinere befestigte Siedlungen heraus, wie z.B. die Domimmunität oder der Bering um die Basilika.

Reiche Freie, Ministerialen, vielleicht Klöster und Stifte und die vornehme Geistlichkeit schützen ihren Hofbereich durch solche Wohntürme.

Insgesamt sind neun Wohntürme sicher nachgewiesen, die bekanntesten sich aber der Frankenturm, der Turm Jerusalem und das Dreikönigenhaus, die beispielhaft stehen für die Gruppen, die sich solche Wehrtürme leisten konnten: der Adel, die Geistlichkeit und das reiche Bürgertum.

Der Frankenturm

Foto: U. Binsfeld

Der Frankenturm in der Dietrichstraße ist um 1100 errichtet worden und ist das besterhaltene Beispiel eines romanischen Wohnturms. Sein Name leitet sich von einem ehemaligen Besitzer her, von Franco von Senheim, der ihn im 14. Jahrhundert bewohnte. Auffällig ist, dass der Erbauer des Turmes römische Architektur nachahmte, indem er das Mauerwerk aus Kalksteinquadern durch Ziegelbänder unterbrach.

Die römische Vergangenheit Triers wird auch an dem wiederverwendeten Inschriftenstein deutlich, der - auf dem Kopf stehend - als Türsturz im Frankenturm Verwendung fand. Es handelte sich ursprünglich um eine lateinische Grabinschrift.

Der wehrhafte Charakter des Turmes wird nicht nur an den schießschartenartigen Fensteröffnungen und an der Zinnenbekrönung deutlich, sondern auch daran, dass sich der Eingang hoch über dem Boden in der Höhe des zweiten Geschosses befand.


Der Turm Jerusalem

Foto: U. Binsfeld Der Turm Jerusalem weist keine großen architektonischen Unterschiede zum Frankenturm auf. Er ist wohl im 11. Jahrhundert entstanden und befindet sich am Rande der mittelalterlichen Domimmunität.

Diese Lage gibt auch Hinweise auf seine ursprünglichen Besitzer: Domkanoniker mit ihrem Dienstpersonal benutzten wahrscheinlich diesen Hof. So leitet sich der Name von der Kurie Jerusalem ab. Durch Grabungen konnten auch Nebengebäude dieses Wohnturmes nachgewiesen werden: weitere Wohngebäude, Kelterhäuser, Speicher und Stallungen. Ein Raum des Turmes Jerusalem wird heute als Trauungszimmer von Standesamt genutzt.


Das Dreikönigenhaus

Foto: U. Binsfeld Der jüngste Wohnturm ist das heute noch in der Simeonstraße im Bereich der Fußgängerzone zu bewundernde Dreikönigenhaus. Das Dreikönigenhaus wurde wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet als Wohnturm einer bürgerlichen Kaufmanns- oder Schöffenfamilie.

Auch hier lag der Zugang noch im ersten Geschoss. Der wehrhafte Charakter trat aber zugunsten einer eher repräsentativen Fassadengestaltung zurück. Der Name soll auf ein Gemälde der Epiphanie zurückgehen, das sich zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Haus befunden haben soll.

Andrea Binsfeld




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Mittelalterliche Wohntürme, Dreikönigenhaus

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