Duruflé-Jahr 2002 - Orgelpunkt Trier: Orgel- und Chor Musik an Dom und Konstantin - Basilika. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 31.05.2009 11:04:35

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Duruflé-Jahr 2002
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Maurice Duruflé wurde am 11. Januar 1902 in Louviers geboren. Sein Musikstudium beginnt er in Rouen, wo er an der Kathedrale von 1912 bis 1918 Mitglied des Knabenchores ist. Daneben studiert er Klavier, Orgel und Theorie bei Jules Haellig, dem Domorganisten und einstigen Schüler von Alexandre Guillmant.

1919 übersiedelt er nach Paris, wo er bei Dukas, Gigout und Tournemire studiert und 1920 dessen Stellvertreter an St. Clotilde wird. 

Seine Studien am Pariser Konservatorium werden mit fünf ersten Preisen gewürdigt:
Orgel (1922), Harmonielehre (1924), Klavierbegleitung (1926), Kontrapunkt und Fuge (1928), Komposition (1928)

Nach dem Studium schlug Maurice Duruflé die Laufbahn eines Organisten ein. Als Meister der Improvisation gab er unzählige Orgelkonzerte in Paris sowie auf zahlreichen                           Welttourneen. Wie Messiaen oder Dupré gilt Duruflé als Repräsentant der französischen Organistentradition.

Aufgrund einer intensiven Zusammenarbeit mit Louis Vierne wird er ab 1927 dessen Stellvertreter an Notre Dame und hat auch das traurige Privileg, dem plötzlichen Tod des Meisters an der Orgel beizuwohnen.

1930 wird Duruflé Organist von St. Etienne du Mont, ab 1953 teilt er sich das Amt mit seiner Ehefrau Marie-Madelaine Duruflé-Chevalier.  Er übernimmt die Orgel zunächst in einem schlechten Zustand und kriegsbedingt dauert die Restaurierung bis 1956. Durch die Firma Beuchet-Debierre wird das Instrument um 19 auf 83 Register erweitert und bietet den Duruflés endlich einen angemessenen Rahmen für ihre künstlerischen Ansprüche.

Bereits 1943 wird Duruflé Professor am Pariser Konservatorium und behält diese Stelle bis 1970. Unter seinen herausragenden Schülern findet man Marie-Claire Alain, Pierre Cochereau, Jean Guillou und Daniel Roth. 

1940 ist Duruflé tief berührt vom Tode seines Freundes und Kollegen Jehan Alain, "der in einem verwegenen Versuch fiel, seine Heimat zu verteidigen". Als Nachruf schreibt er Prélude et Fugue sur le nom d'A.L.A.I.N. op. 7, in dem er das Thema aus den Buchstaben ALAIN gewinnt und als zweites Motiv aus den Litanies des verstorbenen Musikers zitiert. 

Marie-Madelaine Duruflé an der Hausorgel von Marcel Dupré

1945 stirbt Maurice Duruflés Vater. Unter diesem Eindruck vollendet er 1947 sein berühmtes Requiem, welches wohl als sein Hauptwerk bezeichnet werden darf. Es ist offensichtlich in seiner Form von Gabriel Fauré beeinflusst worden und basiert, wie einige andere Werke Duruflés, auf gregorianische Themen. Neben der Originalfassung für großes Orchester und Orgel richtet der Komponist zwei weitere Fassungen ein, zunächst mit Orgelbegleitung und später für Orgel und kleines Orchester, die dem Werk vielleicht am besten entspricht. 

Maurice Duruflé hat im Verhältnis zu anderen Komponisten nur wenige Werke bestehen lassen, aber seine Kompositionen zeichnen sich durch höchste Subtilität und Dichte aus. 
Er schreibt dazu in seiner Philosophie der Musik (1949): "Nicht vorschnell vollenden und, noch weniger, drucken lassen!". 

Im Gegensatz zu den jüngeren Olivier Messiaen und Jehan Alain kümmert er sich nicht um verschiedene musikalische Neuerungen, seine Musik ist weitgehend von der Gregorianik inspiriert, so vor allem seine vier Motetten nach gregorianischen Themen (op. 10), die er Auguste le Guennant, dem Direktor des Institut Grégorien in Paris gewidmet hat.

1975 beendet ein schwerer Unfall die solistische Karriere Duruflés: Auf der Autobahn zwischen Valence und Montélimar durchbricht ein Wagen die Mittelleitplanke und prallt frontal auf den Wagen von Marie-Madelaine und Maurice Duruflé. Beide werden schwer verletzt, Maurice Duruflé erholt sich nicht vollständig von den schweren Folgen des Unfalls. 

Das letzte Werk, das Maurice Duruflé veröffentlich hat, ist das Vater unser op. 14 für Chor a capella aus dem Jahre 1976. Das Werk bringt mit seiner Intensität und der Reinheit seiner Linieführung den Glauben und die Hoffnung zum Ausdruck, die das Gebet beherschen. 

Gegen Ende seines Lebens äußert Duruflé seinen Pessimismus bezüglich eines Niedergangs der katholischen Liturgie und schreibt dazu 1977 in der Zeitschrift L'Orgue: "Wir hoffen sehr, daß diese Liturgie eines Tages die Rückkehr der Orgel an ihren Ehrenplatz erlaubt, den sie seit drei Jahrhunderten inne hatte...". 

Nach Jahren voller Leid und Siechtum stirbt Maurice Duruflé am 16. Juni 1986, Marie-Madelaine Duruflé am 5. Oktober 1999.

Werkverzeichnis:
 
Name Opus Jahr Publisher
Tryptique 1 Piano
Scherzo 2 Organ 1926 Durand
Prélude, Récitatif et Variations 3 Flute, Viola and Piano 1928 Durand
Prélude, Adagio et Choral varié sur le Veni Creator 4 Organ and Baritone choir 1930 Durand
Suite 5 Organ 1933 Durand
3 Danses 6 Orchestra 1937 Durand
Prélude et Fugue sur le nom d’ A.L.A.I.N 7 Organ 1942 Durand
Andante et scherzo 8 Orchestra 1940
Requiem 9 Soloists, Choir, Orchestra and Organ 1947 Durand
Quatre Motets sur des thèmes grégoriens 10 SATB 1960 Durand
Messe “Cum Jubilo” 11 Baritone solo, Baritone choir, Orchestra and Organ 1966 Durand
Fugue sur le carillon des heures de la cathedral de Soissons 12 Organ 1962
Prelude sur l’introit de l’epiphanie 13 Organ 1960
Notre Père 14 SATB 1976 Durand

Literatur: 
- Begleitheft zur CD "Integrale de l'oeuvre pour Orgue" von Pierre Pincemaille, Motette 
- Begelitheft zur CD "Sacred Choral & Organ Works", Naxos
 

Zum 100. Geburtstag von Maurice Duruflé stellen wir hier die Termine zusammen, an
denen seine Werke gespielt werden (dies sind nicht in allen Fällen Konzerte).

Weitere Termine bitte an webmaster@trierer-orgelpunkt.de

     
  • Sonntag, 17.11., Trierer Dom, im Hochamt um 10 Uhr
    "Messe cum jubilo" für einstimmigen Männerchor, Bariton-Solo und Orgel
    Ausführende: Männerstimmen des Trierer Domchors und Choralschola am Trierer Dom, N.N. (Baritonsolo), Josef Still (Orgel), Stephan Rommelspacher (Leitung).
  • Sonntag, 17.11.2002, 16.00 Uhr, Konstantin-Basilika
    MAURICE DURUFLÉ - DAS GESAMTE ORGELWERK

    (zum 100. Geburtstag des Komponisten)
    Martin Bambauer, Orgel

    E. Jakob



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