Trierer Dommusiker - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 09.03.2011 19:53:52

OrgelpunktWeb

Powered by WhatUSeek

 

Trierer Dommusiker

Zurück Zurück   Peter Joseph Pletz | Joseph Torner | Georg Schmitt | Michael Hermesdorff | Heinrich Pauli | Jodocus Kehrer | Ludwig Boslet | Johannes Klassen | Dr. Paul Schuh | Wilhelm Stockhausen | Hermann Schroeder | Wolfgang Oehms | Klaus Fischbach | Josef Still | Stephan Rommelspacher |

Joseph Torner
Domorganist in Trier

geb. um 1700 im Luxemburgischen (?); gest. 8. Mai 1762 in Trier. Über Torners frühe Lebensumstände ist nichts bekannt. 1724, anlässlich der Taufe eines Sohnes, findet sich sein Name erstmals in Trierer Kirchenbüchern als „expertissimus D.(ominus) Joseph Torner organista summi templi“. In seine Amtszeit fällt der Neubau der Domorgel, ausgeführt durch Johann Nollet 1724/25 (Disposition siehe unten). Im Trierischen Hof-, Staats- und Stands-Calender von 1760 rangiert er nicht nur als Domorganist, sondern „auch zur Lieben Frauen und in der St. Gangolphi Pfarr-Kirchen Organist". Torner bekleidete diese Ämter bis zu seinem Tod; sein Nachfolger am Dom wurde Mathias Kenner.

Werke:

„ABC per tertiam Majorem“, Mainz um 1734. P. Ernst Kolborn 0. P. (gilt als verschollen);
„ABC per tertiam Minorem“, Augsburg um 1735, Johann Christian Leopold. Da der Augsburger Druck „opus quartum“ genannt ist, müssen noch zwei Werke vorausgegangen sein.

Torner steht als Komponist in einer Reihe mit zahlreichen süddeutschen Kleinmeistern seiner Zeit. Seine bekannten Kompositionen für die Orgel sind dreisätzige Zyklen für den katholischen Gottesdienst, bezeichnet als Offertorium, Elevatio und Communio. Französischen Vorbildern folgend, verwenden sie gefällige klavieristische Passagen und konzertante Elemente, in den langsamen Mittelsätzen auch weitgespannte Solomelodien. Zweiteiligkeit der Sätze, Charakter und Satzbezeichnungen deuten auf die Nähe der Suite. Gemäß den zeitgenössischen Gepflogenheiten der Orgelkomponisten des süddeutschen Raumes, vier Vorzeichen in der Regel nicht zu überschreiten, verwendet Torner die Tonarten a-, h-, c-, d-, e-, f-, g-Moll sowie A-Dur. Die Tempofolge innerhalb der Zyklen ist: schnell (Allegro, Presto) - langsam (Adagio, Un poco Andante, Grave) - schnell (Presto - Vivace - Allegro).

Den liturgischen Stücken sind im Druck Toccaten, Tanzsätze und andere „eingerichtete Curiositaeten“ angefügt (u.a. Glockenspiel und Marsch). Sie sind tonartlich in drei Gruppen geordnet (C-, B-, F-Dur) und mit Gattungsbezeichnungen versehen.

Das ABC per tertiam Minorem steht in der Tradition zyklisch angelegter Werke süddeutscher Orgelkomponisten (vgl. Werke von J.C. Kerll, G. Muffat, F.X.A. Murschhauser, J.C.F. Fischer, C. Kolb, u.a.). Unterschiede Torners zu den Sammlungen vieler Vorläufer und Zeitgenossen sind zu sehen in seinem Abrücken von der verbreiteten (zunächst für die Alternatimpraxis bestimmten) Versettenkomposition (mit Praeambeln und Finali) sowie von kontrapunktischen Techniken, namentlich dem Fugenprinzip. Diese wurden im süddeutschen Raum auch noch gepflegt, als die Versettenkomposition allmählich vom galanten Stil erfasst wurde. Weitere „moderne" Züge im Stil Torners stellen der Einbezug von Lied- und Tanzsätzen in die Orgelkomposition dar (Torner bezeichnet die Stücke des ersten Teils als „Cantilenae“ sowie die bisweilen langgezogenen, „empfindsamen“ Melodielinien in den Elevatio-Sätzen. Verschiedene Elemente wie etwa die Zweiteiligkeit nahezu aller Sätze verweisen auf eine Nähe zum Suitensatz. Die Zyklen des ersten Teils weisen bei konstanter Länge der Einzelstücke (zwei Seiten Umfang) eine relativ einheitliche formale und charakterliche Gestaltung auf.

Ausgaben : Auswahl aus dem „ABC per tertiam Minorem" hrsg. v. R. Ewerhart, Mainz, Schott (Denkmäler mittelrheinischer Musik). „ABC per tertiam Minorem" komplett, 2 Bände, Butz, Sankt Augustin 1997, Verl.-Nr. 1509 und 1510, herausgegeben von Hans-Peter Bähr

Disposition der Trierer Domorgel, erbaut von Johann Nollet (1727)

Hauptwerk

Montre 16'
Bordun 16'
Montre 8'
Holpfeif 8'
Quintade 8' *
Praestant 4'
Fleut 4'
Terz 3 1/5'
Doublette 2'
Quinte 2 2/3'
Terz 1 3/5'
Cornett 7fach
Mixtur 6fach
Zimbel 4fach
Posaune 16'
Trompete 8'
Vox angelica

Rückpositiv

Montre 8'
Bordun 8'
Praestant 4'
Quinte 2 2/3'
Doublette 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur 5fach
Krummhorn 8'
Vox humana 8'

Echo

Bordun 8'
Praestant 4'
Quinte 2 2/3‘
Doublette 2'
Terz 1 3/5'
Cornett 5fach
Mixtur 4fach
Krummhorn 8'
Trompete (Clairon) 4'

Nach Klotz Quinte 5 1/3'.

Ein Pedalwerk ist nicht nachgewiesen.

Literatur:

Rudolf Ewerhart (Artikel „Musik in Geschichte und Gegenwart“)

Hans-Peter Bähr (Vorwort Butz-Ausgabe)

Hans-Peter Bähr (Vorwort Butz-Ausgabe)

Eitner Quellenlexikon; G. Frotscher, Geschichte des Orgelspiels u. der Orgelkompos.; H. Klotz, Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom (in „Die Musikforschung“ II, 1949 S. 36-49); M. Blindow, Jean Nollet u. seine Orgelbautätigkeit im Trierer Dom (in „Kurtrierisches Jahrbuch“, Trier 1964); Artikel Orgelmusik in MGG.

Gustav Bereths, Beiträge zur Geschichte der Trierer Dommusik, Mainz 1974, S. 81 f. (Beiträge zur mittelrheinischen Musikgeschichte 15)

Klangbeispiel: Communio d-Moll (Gigue) aus ABC per tertiam Minorem, gespielt von Josef Still an der Balthasar-König-Orgel in Niederehe (1715); 1,2 MB, 64bit/s

Josef Still



Orgelpunkt Online Shop

MITMACHEN IM ORGELPUNKT

MITMACHEN IM ORGELPUNKT

Tragen Sie eine Konzertreihe ein | Verweisen Sie auf ein Orgelvideo bei Youtube | Nennen Sie uns Ihren Lieblings-Interpreten | Präsentieren Sie Ihre Lieblings-CD | Ihr schönstes Orgel- / Spieltischfoto | Verweisen Sie mit einem Link auf "Ihre" Orgel | Berichten Sie über ein Orgelkonzert | Geben Sie eine kostenlose private Kleinanzeige auf |
OFT GELESENE ORGELPUNKT - SEITEN

OFT GELESENE ORGELPUNKT - SEITEN

Trierer Dom | Konstantin-Basilika | 7 Goldene Regeln des Orgelübens | Trierer Kirchen | Kalender | Orgelpunkt - Leser wählen die besten Orgel - CDs | In Echtzeit: die vielleicht 50 besten Orgel-CDs der Welt | Die großen Orgelzyklen | Impressionen | Orgelpunkt Online Shop
TRIERER KIRCHEN UND ORGELN

TRIERER KIRCHEN UND ORGELN

Trierer Dom:
Dom | Kunstgeschichte | Domorgeln | Domorganist | Orgelhistorisches | Domorganisten und -kapellmeister | UNESCO-Weltkulturerbe | Moderne Fresken im Dom | Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom | Fotogalerie Trierer Domorgel |
Konstantin-Basilika:
Basilika | Kunstgeschichte | Orgeln | Organist | Orgelhistorisches | Bachchor | Caspar-Olevian-Chor | Ev. Kinderchor | UNESCO-Weltkulturerbe | Panoramafotos Probe Bachchor |
Weitere Kirchen:
St. Matthias | Herz Jesu | Welschnonnenkirche | St. Antonius | St. Paulin | St. Martin | St. Irminen | Jesuitenkirche | Pfarrkirche Heiligkreuz | Stiftskirche Pfalzel | St. Helena, Euren | Liebfrauen-Kirche | St. Gangolf |
ORGELHISTORISCHES IM TRIERER RAUM

ORGELHISTORISCHES IM TRIERER RAUM

Trierer Orgeln 1900 - 1945:
Dom, St. Gangolf, St. Antonius und Treviris | Liebfrauenkirche | Kloster der Ewigen Anbetung, Hausorgel von Domkapellmeister Stockhausen, Orgel des Max-Planck-Gymnasiums | St. Paulus, Heiligkreuz | Kirche der Barmherzigen Brüder, Kirche der Weissen Väter, St. Helena (Euren) und Herz Jesu | St. Martin, St. Bonifatius (Kürenz) und St. Paulin | Pfalzel, Ruwer und Zewen |
Trierer Domorganisten und -kapellmeister:
Peter Joseph Pletz | Joseph Torner | Georg Schmitt | Michael Hermesdorff | Heinrich Pauli | Jodocus Kehrer | Ludwig Boslet | Johannes Klassen | Dr. Paul Schuh | Wilhelm Stockhausen | Hermann Schroeder | Wolfgang Oehms | Klaus Fischbach | Josef Still | Stephan Rommelspacher |
Geschichte der Domorgeln:
Turbulente Orgelzeiten von 1307 bis 1830 | Die Breidenfeld-Orgel von 1837 | Hochdruckorgel, Elektrizität und ein Konkurs | Schwalbennester aus Bonn und ein flötespielendes Teufelchen |
Frühere Orgelbauer:
Wilhelm Breidenfeld | Nikolaus Franzen | Eduard Sebald | Gebrüder Stumm | Orgelbauanstalt Mamert Hock | Anton und Heinrich Turk, Klausen | Heinrich Voltmann, Klausen | Orgelbau Claus |
Historische Orgelnachrichten:
Frühe Orgelnachrichten aus Kurtrier | Neue Erkenntnisse zur Orgelgeschichte des Bistums Trier | Einweihung der Bambusorgel von Las Pinas durch W. Oehms | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom |
BETRIEB UND WARTUNG VON ORGELN

BETRIEB UND WARTUNG VON ORGELN

Zur Bedeutung von Orgelwartungsverträgen | Sicherung von Orgeln bei Bau- und Malerarbeiten | Merkblatt zum richtigen Heizen und Lüften | Muster-Orgelwartungsvertrag | Mustersatzung Orgelbauverein | Zur Qualität von Orgelaufnahmen |
ORGELÜBEN

ORGELÜBEN

7 Goldene Regeln des Orgelübens | Aspekte des "schlauen" Fingersatzes |
IMPRESSIONEN

IMPRESSIONEN

2009 | 2008| 2007 |2006 | 2005 | 2004 | 2003 (A) | 2003 (B) | 2002 | 2001 |
ORGELZYKLEN IN TRIER UND HIMMEROD

ORGELZYKLEN IN TRIER UND HIMMEROD

Orgelzyklen 2011 | Orgelzyklen 2010 | Orgelzyklen 2009 | Orgelzyklen 2008 |Orgelzyklen 2007 | Orgelzyklen 2006 | Orgelzyklen 2005 | Orgelzyklen 2004 | Orgelzyklen 2003 |
ORGELPUNKT-LESER WÄHLEN DIE BESTEN ORGEL-CDs

ORGELPUNKT-LESER WÄHLEN DIE BESTEN ORGEL-CDs

November 2010 Januar 2010 April 2009 Januar 2009 Juni 2008 April 2008 Februar 2008 Dezember 2007 Oktober 2007 August 2007 Juli 2007 Mai 2007
TRIERER MUSIKGESCHICHTE

TRIERER MUSIKGESCHICHTE

Zwischen Tradition und Fortschritt - Der Trierer Domkapellmeister Wilhelm Stockhausen (PDF) | Werkverzeichnis Sebald (PDF) | Bachrezeption in Trier | Zum Cäcilianismus in Trier | Ein altes Palliener Weihnachtslied | Bischof Marx: "Kein Tach ohne Bach" |
BUCHBESPRECHUNGEN

BUCHBESPRECHUNGEN

Lexikon Orgelbau | Lexikon der Orgel | Orgelführer Deutschland | Handbuch Orgelmusik | Orgellandschaft Ostfriesland | Die Arp Schnitger-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg | Repertorium Orgelmusik | Orgeln in Niedersachsen | Organistenbüchlein | Die Orgel Gottfried Silbermanns | Orgeln in Lothringen | Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins | Orgeln der Neuapostolischen Kirche |
BESTELLMÖGLICHKEITEN UND INTERPRETEN-SUCHE

BESTELLMÖGLICHKEITEN UND INTERPRETEN-SUCHE

Bestellmöglichkeit für CDs, Bücher, Noten:
Orgelpunkt Online Shop | In Echtzeit: Orgelpunkt-Leser wählen die besten 50 Orgel-CDs | CDs selbst vorschlagen/bewerten

 
Trierer Dommusiker

Zum Seitenanfang
Diese Seite drucken