Frühere Orgelbauer in der Region - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 09.03.2011 19:53:55

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Frühere Orgelbauer in der Region

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Heinrich Wilhelm Breidenfeld, Trier

Werkverzeichnis

Heinrich Wilhelm Breidenfeld (auch "Breitenfeld, Breidenfels") wurde vermutlich am 4.8.1794 Niederwenigern-Biefang bei Hattingen geboren. (In manchen Quellen ist fehlerhaft 5.11.1789/Niederwenigen genannt.) Bis 1827 war er Schüler und Gehilfe bei dem Orgelbauer Caspar Melchior Vorenweg in Münster. 

Joseph Breidenfeld (1831-1891)

Vorenweg’s Orgelbauarbeiten wiederum waren deutlich durch die bedeutenden Orgelbauer König beeinflusst. Um 1826 ließ er sich in Münster als selbständiger Orgelbauer nieder. Von 1827 bis 1835 war er als „amtlich legitimierter Orgelbauer in Westfalen“ tätig. Aufgrund eines gelungenen Umbaues  der Domorgel in Münster 1827 bis 1830 erhielt B. durch Empfehlung des dortigen Domkapellmeisters Prof. Anthony an Stelle der Orgelbauer Gebr. Stumm am 28.2.1833 den Auftrag zum Bau einer neuen Domorgel in Trier, der 1837 vollendet war. Bis 1908 erklang diese Orgel im Trierer Dom, wo sie auf einer eigens errichteten Empore im Westchor stand. Lediglich die Stützsäulen der Empore sind erhalten, und stehen im Innenhof des BGV vor dem Amt für kirchliche Denkmalpflege. Im Zusammenhang mit dem Umbau der Domorgel in Münster wurde Breidenfeld als „wahrer Künstler im Orgelbau und als geschickter und redlicher Orgelbauer“ gerühmt. Diese Orgel war im Jahre 1755 von Patroklus Müller erbaut worden. Neben einer Erweiterung der Disposition und Veränderungen in der Intonation ersetzte Breidenfeld in dieser Orgel die Manual-Springladen durch Schleifladen. Im Raum Münster sind noch vier weitere Orgelneubauten nachweisbar, wovon jedoch nur die Orgel in Nordherringen (bei Hamm) bis heute erhalten ist. 1838 siedelte er mit seiner Familie nach Trier über, wo er am 25.6.1875 verstarb.

Die Werkstatt Breidenfeld wurde zu einer ernsten Konkurrenz für die Orgelbauerfamilie Stumm, welche bis dahin bis weit über den Hunsrück-Mosel-Raum hinaus die bedeutendsten Orgelbauer waren. Die Söhne Joseph Breidenfeld (1832-1898) und Johann Heinrich Breidenfeld (1842-nach 1801) erlernten ebenfalls das Orgelbauerhandwerk (H.W. Breidenfeld & Söhne). Nach dem Tod von Heinrich Wilhelm Breidenfeld im Jahre 1875 wurde der Orgelbaubetrieb unter der Bezeichnung Gebr. Breidenfeld in der Trierer Gartenfeldstraße weitergeführt. Später arbeitete noch ein Neffe der Gebrüder Breidenfeld mit. Zwischen 1904 und 1906 ist die Firma erloschen. Für das Jahr 1904 ist noch ein Angebot zur Reparatur der Orgel in Trier St. Gangolph nachweisbar. (Bistumsarchiv 71,3 Nr. 536)
Die Breidenfelds arbeiteten vor allem im Trierer und Luxemburger Raum. Bis zum Jahr 1881 wurden ausschließlich Orgeln mir Schleifladen und mechanischer Traktur gebaut. Danach ging man zu Kegelladen mit oder ohne Pneumatik und später auch zu rein pneumatischen Systemen über. Die Firma entwickelte ganz neue Ladensysteme, wie z. B. die Registerkanzellenlade in Nennig, St. Martin mit senkrechten Hängeventilen und zweiarmigen Hebeln. (http://home.t-online.de/home/i.bubendorfer/linkanim.htm) 
Über den Einfluss Breidenfelds auf andere Orgelbauer ist wenig bekannt. Von zwei Lehrlingen und Mitarbeitern Breidenfelds ist belegt, dass sie sich selbständig machten. Meinolpf Knaup (1824-1858) hatte 1848 als „Gehülfe“ in Wittlich mitgearbeitet. Später war er Orgelbauer in Klausen. Ein anderer Mitarbeiter war Kaspar Anton Rettler, geboren 1805 in Valmen/Westfalen, der seine Lehre bei Breidenfeld in Trier absolvierte. Rettler trat 1842 dem Redemptoristenorden bei, und baute dann bis zu seinem Tode 1871 sechs neue Orgeln in verschiedenen Redemptoristenklöstern in Belgien und den Niederlanden. In Sint Truiden, Belgien wird derzeit eine Rettler-Orgel von 1842/1844 restauriert.

Breidenfeld-Orgel (1897) in Kirf bei Saarburg, 2004 von Hubert Fasen restauriert.

Die Dispositionen Breidenfelds, sowie Beschreibungen von Zeitzeugen, lassen darauf schließen, daß er großen Wert auf den Klang der Prinzipale legte, deren Intonation er in ihrer Weite und Tragfähigkeit geschickt auf den jeweiligen Raum ausrichtete. Daneben sind dem Zeitgeschmack entsprechend vor allem grundtönige Register vertreten. Die Mixturen waren auffallend weich intoniert und verliehen dem Gesamtklang einen zarten, aber strahlenden Glanz. Die Gehäuse der Breidenfeld-Orgeln lassen keine einheitliche Linie erkennen. Neben verschiedenen neugotischen Formen tauchen bei Umbauten auch wiederverwendete barocke Gehäuseformen auf

Aus der Zeit von 1830 bis 1897 sind inzwischen etwa 80 Neu- oder Umbauten der Orgelbauer Breidenfeld bekannt.  Die Orgel in Bekond (gebaut 1855 für Bassenheim und seit 1901 in Bekond) ist nach diesem Stand das 25. Werk dieser bedeutenden Orgelbauer, und die älteste original erhaltene Breidenfeld-Orgel im Trierer Raum. Lediglich die Orgel in Nordherringen und die Orgel in Dieblich bei Koblenz sind noch älter. Sehr viele Breidenfeld-Orgeln wurden im letzten Krieg zerstört. Ein weiterer großer Teil wurde entfernt, weil man Neubauten einer Restaurierung vorzog. Diese Neubaupraxis unter Mißachtung historischer Kulturschätze ist bis in die 70er Jahre unseres Jahrhunderts nachweisbar.

Dieblich

So manchen Breidenfeld-Orgeln ging es ähnlich, wie z.B. der Orgel in Fraulautern. Diese war im Jahre 1874 von den Gebrüdern Breidenfeld erbaut worden. Als man in Fraulautern ein neues Gotteshaus baute, gehörte selbstverständlich auch eine neue Orgel in diese neue Kirche. Die Aachener Firma Stahlhut wurde 1925 mit dem Bau einer neuen Orgel beauftragt. Die alte Orgel verkaufte die Gemeinde nach Geislingen (Völklingen), wo sie dann noch bis zum Jahr 1953 ihren Dienst versah. Danach bekam die Kirche eine Sebald-Orgel. Die Breidenfeld-Orgel hatte nach 80 Jahren ausgedient.
 
 
Restaurierung der Dieblicher Orgel 
2001 -2002 bei Hugo Mayer Orgelbau, Heusweiler.

Links: Spielanlage 
rechts: Aufschneiden der Ventilschlitze
unten: Mit Choralbuchblättern abgedichtete Windlade

In den vergangenen Jahren gab es einige vorbildliche Restaurierungen in Schalkenmehren, Bekond, Lösnich, Nennig, Dieblich und Kirf.

Quellen: H. Fischer 100 Jahre BDO, München 1991; Acta Organologica Bd.12; E.Flade: Orgelbauerlexikon (Manuskript), Staatsbibliothek Preuss. Kulturbesitz Berlin; Die Orgel im Dom zu Münster, Hrsg. Domkapitel Münster 1987; F. Bösken: Zur Geschichte der Trierer Domorgel, Festschrift für Alois Thomas Trier 1967; Pfarrarchiv St. Markus Wittlich: B 2,1; Stadtarchiv Trier: Trierer Adressbücher 1901-1909 (11/3767);

Reinhold Schneck



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