Saarbrücken: Professor Paul Schneider gestorben - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 23.02.2013 20:10:39

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Saarbrücken: Professor Paul Schneider gestorben

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Am 30. Juni 2002 verstarb in Saarbrücken im Alter von 81 Jahren Professor Paul Schneider, Orgellehrer und Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik im Saarland.

Er war am 2. Dezember 1920 in Alfter bei Bonn geboren. Paul Schneider entstammte einer rheinischen Organistenfamilie, ganz dem rheinisch-katholischen Milieu verwachsen. Als Junge hatte er bereits in seiner Heimatkirche zu Alfter im Gottesdienst die Orgel gespielt. Sein Studium begann er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Dort fand er u.a. in Josef Zimmermann, dem späteren Kölner Domorganisten, einen hervorragenden Lehrer. In Köln hatte er auch Gelegenheit, die großen Kölner Organisten der alten Schule, Bachem und Sattler, kennenzulernen und zu hören.

Dieser Kölner Ausbildung mit ihrer tiefen Verwurzelung im Geiste der katholischen Liturgie blieb er innerlich und künstlerisch verbunden. Auch die musikalische Bindung an die Ästhetik und den Geist des Gregorianischen Chorals wurde in Köln grundgelegt. Die Hinwendung zur französischen Orgelmusik und auch zur französischen Art des Orgelspiels erfuhr bereits in Köln frühe Impulse.

Im März 1946 erhielt er seine Anstellung als Organist an der Saarbrücker Pfarrkirche Christ König, eine Aufgabe, die er bis zum Ende des Jahres 1990 ausübte. Im Jahr darauf folgte die Berufung als Orgellehrer an die neugegründete Staatliche Hochschule für Musik in Saarbrücken. Unter den Gutachtern erkannte der evangelische Kirchenmusikdirektor Karl Rahner (Saarbrücken) die herausragende Qualität Paul Schneiders. An der Musikhochschule hat er bis zu seiner Pensionierung 1985 als Professor gewirkt und die Hauptfachklasse für Orgel betreut. Sein Lehrauftrag für Orgelunterricht ging indessen noch sieben Jahre weiter.

Eine hohe Präzision der Technik in Manual und Pedal bildete die Grundlage seines Orgelspiels und war das Werkzeug seiner musikalischen Interpretation; ein rationaler Geist und eine empfindsame Seele wirkten hier zusammen. Die innersten Kräfte des Gemütes kamen zur Sprache. Bei seinem durchdringenden Sinn für die musikalische Linie, für eine klare Artikulation und Phrasierung, für die der Melodie innewohnende natürliche Agogik kam bei Paul Schneider auch das Gefühl für den Klang nicht zu kurz.

Das innige Verhältnis zum gregorianischen Gesang und zu jener Musik, die aus der Gregorianik erwuchs, bestimmte neben einer vollkommen beherrschten klassischen wie auch romantischen Satztechnik seine Improvisationskunst. Diese wie auch die stets individuell formulierten Präludien und Sätze der Kirchenlieder ließen jeden Gottesdienst - selbst die Werkstagsmessen in der Frühe des Tages - zu einem künstlerischen und religiösen Erlebnis werden; da gab es keinen Leerlauf in Routine. Die Atmosphäre der jeweiligen Abschnitte des Kirchenjahres drückten sich stimmungsmäßig aus. So wurde Paul Schneider zu einer "Institution" der Pfarrei Christ König in Saarbrücken.

ca. 1960, SB ChristkönigDie Interpretation der französischen Meister klang bei ihm so "französisch" wie sonst bei keinem deutschen Organisten: ob es die Werke eines Francois Couperin, eines Clérambault, eines Nicolas de Grigny oder auch die der französischen Modernen waren. Die großen Orgelkompositionen eines Johann Sebastian Bach bildeten bei allem Spiel wie selbstverständlich das geistige und musikalische Fundament. Seine Literaturauswahl kannte keine Grenzen - nur die der Qualität; aber darin war er unerbittlich.

Aus seinen vielen Schülern seien einige wenige genannt: Der frühere Trierer Domkapellmeister Klaus Fischbach wie auch dessen Sohn Klaus Ewald (Mayen); der bereits verstorbene Kantor Dillinger, St. Wendel; der Osnabrücker Domorganist Dominique Sauer; der in Freiburg i. Br. wirkende Professor für Orgel Helmut Deutsch; Schneiders Nachfolger an der Saarbrücker Musikhochschule Prof. Andreas Rothkopf; Organist und Kantor Joachim Reidenbach (Trier); Bernhard Leonardy (Saarbrücken, St. Johann); Karl Ludwig Kreutz in Konz; Franz Leinhäuser, Kantor und Organist in Oberwesel. - Im künstlerischen Orgelspiel der vielen Schüler lebt die Kunst Paul Schneiders auf eine je andere und persönliche Weise weiter. Mit vielen Organisten, gerade auch aus Frankreich - etwa mit Albert Schweitzer und Daniel Roth - war er in Verehrung und kollegialer Freundschaft verbunden. Vor allem mit Michael Schneider (Köln und Detmold) verband ihn eine innige Freundschaft.

Franz Ronig



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