Nachruf Petr Eben - Orgelpunkt Trier: Orgel - und Chor - Musik an Dom und weiteren Trierer Kirchen. Touristische Sehenswürdigkeiten wie z.B. Porta Nigra und Trierer UNESCO Weltkulturerbe. 23.02.2013 20:10:50

OrgelpunktWeb

Powered by WhatUSeek

 

Nachruf Petr Eben

Zurück Zurück   Nachruf Ursula Binsfeld | Nachruf Prof. Paul Schneider | Nachruf Carlo Hommel | Nachruf Petr Eben | Nachruf Prof. Franz Lehrndorfer |

Trier. Es war eine Meldung, wie sie uns häufig erreicht und die einen Moment lang inne halten lässt. Petr Eben, tschechischer Komponist, geboren 1929, ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Wieder ist das Leben eines großen Musikers zu Ende gegangen, hat ein vielbeachteter Künstler die Weltbühne verlassen. Für die Stadt und die Region Trier aber bedeutet die Meldung mehr. Mit dem Tod Petr Ebens hat die Region einen Freund verloren, der gerne an die Mosel kam, dessen Augen leuchteten, wenn er auf Trier und auch auf Bernkastel-Kues angesprochen wurde. Wie sehr Eben mit unserer Region verbunden war, hat er in zwei Kompositionen dokumentiert. Zum einen verfasste er zum 25jährigen Jubiläum der Trierer Domorgel das „Campanae gloriosae“, ein Opus, bei dem er die Töne des Domgeläutes für die Orgel bearbeitete. Zum anderen stellte die Uraufführung seiner Kantate „Cusanus-Meditation“ einen glanzvollen Höhepunkt des Cusanusfestes 2001 in Bernkastel-Kues dar.

Petr Eben Petr Eben
Foto:


Petr Eben wurde 1929 im böhmischen Žamberk (Senftenberg) geboren. Sein Leben war von zahlreichen Schwierigkeiten gekennzeichnet, die ihm von außen gemacht wurden. Ab 1938 war es zunächst die Tatsache, dass sein Vater jüdischer Abstammung war, weshalb man ihn der Schule verwies. Eine schwere Einschränkung stellte auch die Tatsache dar, dass die musikalische Familie kein Radio mehr besitzen durfte. Andererseits förderte dieser Umstand Petr Ebens Liebe zur Kammermusik. Früh schon hatte Eben Klavierunterricht und bildete mit seinem Vater (Violine) und seinem Bruder am Violoncello in dieser Zeit ein Klaviertrio. Auch entdeckte er in dieser Zeit die Orgel für sich. 1945 wurde er zusammen mit seinem Bruder in einem Nebenlager des KZ Buchenwald interniert. Ab 1948 studierte Eben an der Prager Universität, an der er ab 1955 auch selbst lehrte. Hier nun erwuchsen dem bekennenden Katholiken die Probleme aus der Stalinisierung des Landes. In einem TV-Gespräch im Jahre 2001 sagte Eben zu diesem Thema: „Nie habe ich verheimlicht, dass ich gläubig bin. Und so musste ich die sich daraus ergebenden Folgen in Kauf nehmen.“ Schnell aber war am im damaligen „Westen“ auf den Namen Eben aufmerksam geworden, stellte sich, soweit dies möglich war, vor den Komponisten, unterstützte ihn. Dies geschah in Kompositionsaufträgen oder etwa in Gastdozenturen, wie in Manchester in den Jahren 1978/79. Der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes verhalf Eben dann endlich zu der Position, die ihm zukam. 1989 erhielt er eine Professur an der Prager Karls-Universität.

Petr Eben ist in erster Linie bekannt geworden als Komponist für die Orgel, die für ihn auch erklärter Maßen sein Hauptinstrument war. Er dokumentierte dies auch dadurch, dass er zu seinem Examen 1954 ein Konzert für Orgel und Orchester verfasste. Diese neutrale Bezeichnung war mit Blick auf die kirchenfeindliche Umgebung die offizielle Version. Intern nannte Eben das Werk „Symphonia Gregoriana“. Neben den Orgelwerken aber hat der Träger des Preises der europäischen Kirchenmusik aus dem Jahre 2000 auch eine gewaltige Anzahl von Werken hinterlassen, die nichts mit der Orgel zu tun haben. Bühnen- und Balletmusik gehört genauso dazu wie Kammermusik in den verschiedensten Besetzungen, eine Sinfonie und eine große Anzahl von Chorwerken.

Die Bedeutung Ebens gerade auch für die deutsche Kirchenmusik wurde 1998 durch die Verleihung des Kunst- und Kulturpreises der deutschen Katholiken durch den Mainzer Kardinal Karl Lehmann dokumentiert. In seiner damaligen Ansprache würdigte der Kardinal die Kompositionen von Petr Eben als „Wegweiser für die Musik in der Kirche“. Gleichzeitig bescheinigte er dankbar dem Komponisten, dass er mit seiner Musik und seiner Lebensgeschichte für die Versöhnung des tschechischen und des deutschen Volkes eingetreten ist.

Der Mensch Petr Eben hat die Weltbühne verlassen, hat seinen Frieden gefunden. Seine Musik aber wird über die Generationen hinweg nicht zuletzt auch im Bistum Trier die Erinnerung an einen großen Künstler, einen überzeugten Christen und für die, die ihn persönlich kennen lernen durften, an einen warmherzigen Menschen lebendig halten.

Gerhard W. Kluth



Orgelpunkt Online Shop

MITMACHEN IM ORGELPUNKT

MITMACHEN IM ORGELPUNKT

Tragen Sie eine Konzertreihe ein | Verweisen Sie auf ein Orgelvideo bei Youtube | Nennen Sie uns Ihren Lieblings-Interpreten | Präsentieren Sie Ihre Lieblings-CD | Ihr schönstes Orgel- / Spieltischfoto | Verweisen Sie mit einem Link auf "Ihre" Orgel | Berichten Sie über ein Orgelkonzert | Geben Sie eine kostenlose private Kleinanzeige auf |
OFT GELESENE ORGELPUNKT - SEITEN

OFT GELESENE ORGELPUNKT - SEITEN

Trierer Dom | Konstantin-Basilika | 7 Goldene Regeln des Orgelübens | Trierer Kirchen | Kalender | Orgelpunkt - Leser wählen die besten Orgel - CDs | In Echtzeit: die vielleicht 50 besten Orgel-CDs der Welt | Die großen Orgelzyklen | Impressionen | Orgelpunkt Online Shop
TRIERER KIRCHEN UND ORGELN

TRIERER KIRCHEN UND ORGELN

Trierer Dom:
Dom | Kunstgeschichte | Domorgeln | Domorganist | Orgelhistorisches | Domorganisten und -kapellmeister | UNESCO-Weltkulturerbe | Moderne Fresken im Dom | Dombaumeister Wilhelm Peter Schmitz | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom | Fotogalerie Trierer Domorgel |
Konstantin-Basilika:
Basilika | Kunstgeschichte | Orgeln | Organist | Orgelhistorisches | Bachchor | Caspar-Olevian-Chor | Ev. Kinderchor | UNESCO-Weltkulturerbe | Panoramafotos Probe Bachchor |
Weitere Kirchen:
St. Matthias | Herz Jesu | Welschnonnenkirche | St. Antonius | St. Paulin | St. Martin | St. Irminen | Jesuitenkirche | Pfarrkirche Heiligkreuz | Stiftskirche Pfalzel | St. Helena, Euren | Liebfrauen-Kirche | St. Gangolf |
ORGELHISTORISCHES IM TRIERER RAUM

ORGELHISTORISCHES IM TRIERER RAUM

Trierer Orgeln 1900 - 1945:
Dom, St. Gangolf, St. Antonius und Treviris | Liebfrauenkirche | Kloster der Ewigen Anbetung, Hausorgel von Domkapellmeister Stockhausen, Orgel des Max-Planck-Gymnasiums | St. Paulus, Heiligkreuz | Kirche der Barmherzigen Brüder, Kirche der Weissen Väter, St. Helena (Euren) und Herz Jesu | St. Martin, St. Bonifatius (Kürenz) und St. Paulin | Pfalzel, Ruwer und Zewen |
Trierer Domorganisten und -kapellmeister:
Peter Joseph Pletz | Joseph Torner | Georg Schmitt | Michael Hermesdorff | Heinrich Pauli | Jodocus Kehrer | Ludwig Boslet | Johannes Klassen | Dr. Paul Schuh | Wilhelm Stockhausen | Hermann Schroeder | Wolfgang Oehms | Klaus Fischbach | Josef Still | Stephan Rommelspacher |
Geschichte der Domorgeln:
Turbulente Orgelzeiten von 1307 bis 1830 | Die Breidenfeld-Orgel von 1837 | Hochdruckorgel, Elektrizität und ein Konkurs | Schwalbennester aus Bonn und ein flötespielendes Teufelchen |
Frühere Orgelbauer:
Wilhelm Breidenfeld | Nikolaus Franzen | Eduard Sebald | Gebrüder Stumm | Orgelbauanstalt Mamert Hock | Anton und Heinrich Turk, Klausen | Heinrich Voltmann, Klausen | Orgelbau Claus |
Historische Orgelnachrichten:
Frühe Orgelnachrichten aus Kurtrier | Neue Erkenntnisse zur Orgelgeschichte des Bistums Trier | Einweihung der Bambusorgel von Las Pinas durch W. Oehms | Niederländische Orgelbaumeister am Trierer Dom |
BETRIEB UND WARTUNG VON ORGELN

BETRIEB UND WARTUNG VON ORGELN

Zur Bedeutung von Orgelwartungsverträgen | Sicherung von Orgeln bei Bau- und Malerarbeiten | Merkblatt zum richtigen Heizen und Lüften | Muster-Orgelwartungsvertrag | Mustersatzung Orgelbauverein | Zur Qualität von Orgelaufnahmen |
ORGELÜBEN

ORGELÜBEN

7 Goldene Regeln des Orgelübens | Aspekte des "schlauen" Fingersatzes |
IMPRESSIONEN

IMPRESSIONEN

2009 | 2008| 2007 |2006 | 2005 | 2004 | 2003 (A) | 2003 (B) | 2002 | 2001 |
ORGELZYKLEN IN TRIER UND HIMMEROD

ORGELZYKLEN IN TRIER UND HIMMEROD

Orgelzyklen 2012 | Orgelzyklen 2011 | Orgelzyklen 2010 | Orgelzyklen 2009 | Orgelzyklen 2008 |Orgelzyklen 2007 | Orgelzyklen 2006 | Orgelzyklen 2005 | Orgelzyklen 2004 | Orgelzyklen 2003 |
ORGELPUNKT-LESER WÄHLEN DIE BESTEN ORGEL-CDs

ORGELPUNKT-LESER WÄHLEN DIE BESTEN ORGEL-CDs

November 2010 Januar 2010 April 2009 Januar 2009 Juni 2008 April 2008 Februar 2008 Dezember 2007 Oktober 2007 August 2007 Juli 2007 Mai 2007
TRIERER MUSIKGESCHICHTE

TRIERER MUSIKGESCHICHTE

Zwischen Tradition und Fortschritt - Der Trierer Domkapellmeister Wilhelm Stockhausen (PDF) | Werkverzeichnis Sebald (PDF) | Bachrezeption in Trier | Zum Cäcilianismus in Trier | Ein altes Palliener Weihnachtslied | Bischof Marx: "Kein Tach ohne Bach" |
BUCHBESPRECHUNGEN

BUCHBESPRECHUNGEN

Lexikon Orgelbau | Lexikon der Orgel | Orgelführer Deutschland | Handbuch Orgelmusik | Orgellandschaft Ostfriesland | Die Arp Schnitger-Orgel der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg | Repertorium Orgelmusik | Orgeln in Niedersachsen | Organistenbüchlein | Die Orgel Gottfried Silbermanns | Orgeln in Lothringen | Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins | Orgeln der Neuapostolischen Kirche |
BESTELLMÖGLICHKEITEN UND INTERPRETEN-SUCHE

BESTELLMÖGLICHKEITEN UND INTERPRETEN-SUCHE

Bestellmöglichkeit für CDs, Bücher, Noten:
Orgelpunkt Online Shop | In Echtzeit: Orgelpunkt-Leser wählen die besten 50 Orgel-CDs | CDs selbst vorschlagen/bewerten

 
Nachruf Petr Eben

Zum Seitenanfang
Diese Seite drucken