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Flöte für Pfeifen
Eröffnung der Internationalen Orgeltage im Trierer Dom
 
 

TRIER. Im ersten Konzert der internationalen Orgeltage im Trierer Dom gab es ein Programm für sehr unterschiedliche Geschmäcker. Neben leichter Kost erklang auch tiefgründige Musik mit schwerwiegendem Inhalt.
 

Jetzt gehen sie wieder in eine neue Runde, die internationalen Orgeltage im Trierer Dom. In sechs Konzerten gibt es Virtuoses und Bekanntes, Tiefgründiges und leicht Verdauliches aus der Welt der Orgelmusik zu hören.
Wie vielfältig das Programm sein wird, dafür mag der erste Abend schon ein exemplarisches Beispiel gewesen sein. Zu Gast war Wolfgang Schwering, Domorganist im niederrheinischen Xanten. Ihm zur Seite stand sein Trierer Kollege Josef Still, mit dem er drei Werke für zwei Orgeln interpretierte.
Mit zwei Concerti des Spanischen Paters Antonio Soler und des Italieners Giovanni Bernardo Luccinetti sowie Alan Trevor Gibbs‘ "Magic Flute for Organ Duet" kamen die sehr zahlreichen Zuhörer in den nicht häufigen Genuss, einmal beide Orgeln des Domes zugleich zu hören. Alle drei Kompositionen gehören zu der Gruppe "leichte Kost", die sich nicht un- bedingt durch abgrundtiefe Bedeutungsschwere auszeichnet. Manch einer mag einen Aha-Effekt erlebt haben, als er bei Gibbs die Zauberflöte oder die Königin der Nacht in der Klängen der Orgelpfeifen wiedererkennen konnte. Die Interpreten zeichneten ihr Spiel durch ab- solute Präzision und eine Portion Witz aus. Sie warfen sich gegenseitig die Bälle zu und sorgten beim Publikum, unterstützt durch die Akustik des Raumes, teilweise für ein heiteres Ratespiel, welche Orgel denn nun gerade erklang.
Anders der Programmteil, in der Schwering als Solist an der Hauptorgel agierte. Neben fünf Teilen aus Louis Viernes "24 Pièces en style libre" und der "Toccata alla rumba" des Wiener Domorganisten Peter Planyavsky erklangen von Olivier Messiaen die mit "L'Ascension" überschriebenen vier Meditationen über die Himmelfahrt Christi.
Messiaen, von vielen als der bedeutendste Orgelkomponist des 20. Jahrhunderts angesehen, war bekannter Maßen ein Meister der musikalischen Farbkomposition und dazu ein Mensch, der sich intensiv mit den Inhalten seines Glaubens auseinander setzte. Beides war im Dom in der Komposition als auch in Schwerings Interpretation zu erkennen.
Die Himmelfahrt war Messiaens erster Zyklus auf ein kirchliches Hochfest und im Ursprung für großes Orchester konzipiert. Er verarbeitet darin die Bitte Christi an seinen Vater um Verherrlichung, über ein fröhliches Halleluja und die Freudenausbrüche einer Seele vor der Herrlichkeit Christi bis hin zum Gebet des Herrn bei seiner Himmelfahrt.
Schwerings Spiel kann einfach nur als vorbildlich und mitreißend bezeichnet werden. Er schaffte eine exzellente Synthese aus der Komposition, seinem Können und den Möglichkeiten, die das Instrument ihm bot. Manch einer mag, zu recht, die glanzvolle Virtuosität Schwerings insbesondere des dritten Satzes bewundert haben, die trotz aller technischen Schwierigkeiten nichts an der Aussagekraft vermissen ließ.
Aber all das meisterliche Beherrschen des Instruments, das er auch bei Planyavsky und Vierne an den Tag legte, verblasste doch vor dem letzten Satz der Himmelfahrt. Bar jeder Forderung nach Schnelligkeit und Lautstärke zauberte Schwering hier das transzendente Bild einer intimen Unterhaltung zwischen Vater und Sohn in den Raum. Wenn diese Interpretation ein Maßstab für die Orgeltage war, sollte man sich die kommenden Konzerte nicht entgehen lassen.
 
 
 

Gerhard Kluth


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